Wie man Stufen zum Schweben bringt: Kragarmstiegen & Co.

Schwebende Stufen wirken leicht, modern und lassen Räume offener erscheinen. „Schweben“ bedeutet dabei nicht, dass Stufen ohne Tragwerk auskommen – die Konstruktion ist nur so gelöst, dass sie optisch in den Hintergrund rückt. Je nach baulicher Situation und gewünschtem Design gibt es unterschiedliche Systeme, die diesen Effekt ermöglichen.
Was macht eine Stiege „schwebend“?
Der Schwebe-Look entsteht, wenn keine sichtbaren seitlichen Träger (Wangen) vorhanden sind und die Stufen scheinbar frei im Raum liegen. Die Last wird dabei entweder über eine verdeckte Unterkonstruktion oder über das Geländer abgetragen.
Kragarmstiege: der Klassiker für schwebende Stufen
Bei der Kragarmstiege wird jede Stufe seitlich „auskragend“ getragen. Technisch funktioniert das über eine Metall-Unterkonstruktion, die die Kräfte aufnimmt. Auf diese Unterkonstruktion werden die einzelnen Stufen aufgeschoben.
Vorteile
- sehr puristische, klare Optik
- funktioniert auch ohne ein tragendes Geländer;
somit flexibel bei Geländer-Varianten
Nachteile
- geeigneter Wand-/Untergrundaufbau ist Voraussetzung
- Stufen können „federn“
- aufgrund der Metall-UK sind die Stufen dicker


Glastragende Stiege: wenn das Glas mitträgt
Bei der glastragenden Stiege übernimmt das Glasgeländer nicht nur die Absturzsicherung, sondern auch eine tragende Funktion. Dadurch kann auf eine Metall-Unterkonstruktion verzichtet werden. Die Stufen können dadurch schlanker ausgeführt werden, weil im Inneren keine voluminöse Metallkonstruktion untergebracht werden muss.
Vorteile
- keine „federnden“ Stufen
- benötigt keine aufwendige/teure Metall-UK
- schlankere Stufenoptik ist möglich
Nachteile
- dicke, große Glasfelder sind Voraussetzung


Geländertragende Stiege: der Handlauf als Tragelement
Bei der geländertragenden Stiege übernimmt ein erhöhter, tragender Handlauf die Hauptlastabtragung. Die Stufen werden über verschraubte Metallsprossen/Stäbe gehalten, die die Kräfte in den Handlauf ableiten.
Vorteile
- keine „federnden“ Stufen
- benötigt keine aufwendige/teure Metall-UK
- schlankere Stufenoptik ist möglich
Nachteile
- der Handlauf muss höher sein um die Kräfte aufnehmen zu können


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